Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e. V. - BMAB
Der Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V. ist die bundesweite Interessen- und Patientenvertretung für Menschen mit Amputationen sowie für Menschen mit angeborenen Gliedmaßenfehlbildungen. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 setzt sich der BMAB für eine hochwertige Versorgung, eine erfolgreiche Rehabilitation, gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben ein.
Wir begleiten Betroffene und ihre Angehörigen vom Zeitpunkt vor oder unmittelbar nach einer Amputation über die Rehabilitation und prothetische Versorgung bis zur Rückkehr in Alltag, Familie und Beruf.
Unsere Aufgabe
Eine Amputation oder angeborene Gliedmaßenfehlbildung wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Neben medizinischen und prothetischen Fragen beschäftigen Betroffene häufig Unsicherheiten hinsichtlich Rehabilitation, Beruf, Mobilität, Sozialrecht und gesellschaftlicher Teilhabe.
Der BMAB informiert, vernetzt und unterstützt. Gleichzeitig bringt er die Erfahrungen und Bedürfnisse der Betroffenen in Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit ein.
Wir setzen uns insbesondere ein für:
- eine individuelle und bedarfsgerechte prothetische Versorgung,
- eine qualitätsgesicherte medizinische und berufliche Rehabilitation,
- eine stärkere Beteiligung der Betroffenen an Versorgungsentscheidungen,
- den Abbau gesellschaftlicher und baulicher Barrieren,
- bessere Voraussetzungen für Mobilität, Bildung, Beruf und soziale Teilhabe,
- eine stärkere öffentliche Wahrnehmung der Lebenssituation von Menschen mit Amputation oder Dysmelie.
Amputierte helfen Amputierten
Ein besonderer Schwerpunkt des BMAB ist die Beratung von Betroffenen durch Betroffene.
Menschen nach einer Amputation haben viele Fragen, die über die medizinische Behandlung hinausgehen: Wie verändert sich der Alltag? Wie gelingt der Umgang mit einer Prothese? Welche Erfahrungen gibt es mit Rehabilitation, Beruf oder Freizeit? Wie kann das Vertrauen in den eigenen Körper zurückgewonnen werden?
Hier setzt das BMAB-Peer-Besuchsprogramm an. Qualifizierte Peer-Beraterinnen und Peer-Berater verfügen selbst über Amputations- und Rehabilitationserfahrung. Sie hören zu, teilen ihre Erfahrungen, vermitteln Orientierung und zeigen realistische Perspektiven für das weitere Leben auf.
Die Peer-Beratung ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Behandlung. Sie ergänzt die professionelle Versorgung durch die persönliche Erfahrung eines Menschen, der eine vergleichbare Situation selbst erlebt hat.
Der BMAB bildet Peers aus, begleitet sie während ihrer Tätigkeit und unterstützt Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen beim Aufbau eines strukturierten Peer-Besuchsprogramms.
Selbsthilfe und bundesweite Vernetzung
Dem BMAB sind Selbsthilfegruppen und regionale Zusammenschlüsse in vielen Teilen Deutschlands angeschlossen. Sie bieten Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit zum persönlichen Austausch, zur gegenseitigen Unterstützung und zur gemeinsamen Freizeitgestaltung.
Über die bundesweite Vernetzung fördert der BMAB den Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppen, unterstützt ehrenamtlich Engagierte und organisiert Fortbildungen zu aktuellen Themen aus Medizin, Prothetik, Rehabilitation, Sozialrecht und Selbsthilfe.
Informationen und Orientierung
Der BMAB stellt verständliche und unabhängige Informationen zu Amputation, Rehabilitation, Prothetik, Sozialrecht und Leben mit Amputation bereit.
Zu den zentralen Angeboten gehören:
AmpuRucksack
Der AmpuRucksack wurde für Menschen entwickelt, die kurz vor einer Amputation stehen oder diese gerade erlebt haben. Er enthält Informationsmaterialien und praktische Hinweise für die erste Zeit nach dem Eingriff, die Rehabilitation und den weiteren Versorgungsweg.
Der Rucksack soll dazu beitragen, Informationslücken zu schließen und Betroffenen sowie Angehörigen frühzeitig Orientierung zu geben.
AmpuKarte
Die digitale AmpuKarte erleichtert die Suche nach geeigneten Ansprechpartnern und Angeboten. Je nach aktuellem Datenbestand finden Nutzerinnen und Nutzer dort unter anderem:
- Selbsthilfegruppen,
- spezialisierte Rehabilitationskliniken,
- Gehschulen,
- Peer-Beraterinnen und Peer-Berater,
- Kliniken mit Peer-Angeboten,
- kooperierende Fachanwältinnen und Fachanwälte für Sozialrecht.
Verbandszeitschrift AmpuTee
Die Zeitschrift AmpuTee informiert vier mal jährlich über Entwicklungen in Medizin, Prothetik, Rehabilitation, Sozialrecht, Selbsthilfe und Verbandsarbeit.
Sie richtet sich an Menschen mit Amputation oder Dysmelie, Angehörige, medizinische Fachkräfte, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Orthopädietechnik-Betriebe und weitere Interessierte.
Mehr über die Verbandszeitschrift
Angebote für Kinder und Jugendliche
Ein besonderes Angebot des BMAB sind die Jugendcamps für Kinder und Jugendliche mit Amputation oder angeborenen Gliedmaßenfehlbildungen.
Bei Sport-, Freizeit- und Gemeinschaftsaktivitäten erleben die Teilnehmenden, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Gleichzeitig können sie andere Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen kennenlernen.
Die Camps fördern unter anderem:
- Selbstvertrauen und Selbstständigkeit,
- Freude an Bewegung,
- einen sicheren Umgang mit der eigenen Prothese oder körperlichen Situation,
- gegenseitige Unterstützung,
- Akzeptanz und Gemeinschaft.
Auch für Eltern und Familien ist der Austausch mit anderen Betroffenen von großer Bedeutung.
Informationen zum Jugendcamp
Veranstaltungen, Bewegung und Fortbildung
Der BMAB und die angeschlossenen Selbsthilfegruppen organisieren bundesweit Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Aktionstage, Sportangebote und Prothesencamps.
Die Angebote vermitteln Wissen, fördern Bewegung und Mobilität und schaffen Begegnungsmöglichkeiten. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um individuelle Fähigkeiten, persönliche Ziele und Freude an gemeinsamer Aktivität.
Am 21. April 2026 wurde erstmalig ein Tag der Amputierten veranstaltet. Dieser Aktionstag soll zukünftig jedes Jahr am 21. April stattfinden. Mehr hierzu hier.
Zusammenarbeit mit Fachleuten und Einrichtungen
Der BMAB arbeitet mit Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, medizinischen Fachgesellschaften, Therapeutinnen und Therapeuten, Orthopädietechnik-Betrieben, Forschungseinrichtungen und weiteren Organisationen zusammen.
Die Perspektive der Patientinnen und Patienten steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist es, Versorgung nicht nur für Betroffene, sondern gemeinsam mit ihnen weiterzuentwickeln.
Nationale und internationale Interessenvertretung
Der BMAB vertritt die Interessen von Menschen mit Amputation und Dysmelie gegenüber Politik, Leistungsträgern, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit.
Darüber hinaus beteiligt sich der Verband an der nationalen und internationalen Vernetzung von Betroffenenorganisationen. Als Gründungsmitglied der International Confederation of Amputee Associations IC2A engagiert sich der BMAB auch über Deutschland hinaus für eine bessere Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe.
Unsere Vision
Kein Mensch soll nach einer Amputation mit seinen Fragen, Sorgen und Herausforderungen allein bleiben.
Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen mit Amputation oder Dysmelie die Unterstützung, Versorgung und gesellschaftlichen Möglichkeiten erhalten, die sie für ein selbstbestimmtes Leben benötigen.
Dafür verbinden wir persönliche Erfahrung, Selbsthilfe, fachliche Kompetenz und politische Interessenvertretung.
Gemeinsam für eine bessere Versorgung. Gemeinsam für mehr Teilhabe. Gemeinsam für Menschen mit Amputation und Dysmelie.
Kontaktadresse:
Kleverkamp 24
30900
Wedemark
| Telefon: | 089 4161740 10 |
| Fax: | 089 41461740 90 |
| E-Mail: | bag-info@bmab.de |
| Internet: | https://www.bmab.de |
Spendenkonto:
Spendenkonto bei der Sozialbank:
DE60 3702 0500 0020 2416 91
BIC BFSWDE33XXX